Lakritze durch die Zeitalter: Eine Reise von den Ursprüngen bis zur Moderne


Historische Bücher, Füller, Lakritze

Von den frühesten Aufzeichnungen  in der Antike, über ihren botanischen Ursprung und die Entdeckung der Süßholzpflanze, bis hin zur weiten Verbreitung im Mittelalter und der Rolle der Lakritze im Zeitalter der Entdeckungen, begeben wir uns im folgenden Artikel auf eine Expedition durch die Jahrhunderte.

I. Ursprünge der Lakritze

Erste Aufzeichnungen und Verwendungen in der Antike

Verwendung in der ägyptischen Kultur

Der erste bekannte Gebrauch von Lakritze lässt sich bis in das alte Ägypten zurückverfolgen. Die Pharaonen, bekannt für ihre Wertschätzung von Raffinesse und Exotik, hatten bereits im dritten Jahrtausend v. Chr. die Vorzüge der Süßholzpflanze erkannt. Ägyptische Texte, darunter das berühmte Ebers Papyrus, das als eines der ältesten medizinischen Lehrbücher der Welt gilt, erwähnen den Gebrauch von Lakritz als Heilmittel. Es wurde zur Linderung von Husten und anderen Atemwegsproblemen verwendet, und auch als Bestandteil von Stärkungsmitteln und Liebestränken.

Lakritze in der griechischen und römischen Medizin

Die Vorzüge der Lakritze blieben nicht auf die Ufer des Nils beschränkt. In der griechischen und römischen Antike war Lakritze ein weit verbreitetes und hoch geschätztes Heilmittel. Der berühmte griechische Arzt Hippokrates, der oft als Vater der Medizin bezeichnet wird, schätzte die Lakritze wegen ihrer heilenden Eigenschaften bei Atemwegserkrankungen und Magenproblemen. Auch die Römer kannten und schätzten die Süßholzpflanze. So schrieb der römische Naturforscher Plinius der Ältere in seinem Werk "Naturalis Historia", dass die Lakritze den Durst lindert und bei rauem Hals Linderung verschafft.

Der botanische Ursprung der Süßholzpflanze und deren Entdeckung

Die Süßholzpflanze, wissenschaftlich Glycyrrhiza glabra genannt, ist die botanische Quelle der Lakritze. Sie ist in Südwestasien und Südeuropa heimisch und gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler. Sie wächst vorzugsweise in Flussufern und Feuchtgebieten und hat eine beeindruckende Fähigkeit, auch unter schwierigen klimatischen Bedingungen zu gedeihen.

Die Süßholzpflanze ist eine mehrjährige Pflanze mit einer tiefen, verzweigten Wurzel, die bis zu einem Meter in die Erde eindringen kann. Sie ist es, die das begehrte Glycyrrhizin enthält, eine Substanz, die etwa 30 bis 50 Mal süßer ist als Zucker.

Die genaue Entdeckung und Erstnutzung der Süßholzpflanze in der Antike ist in der Geschichtsschreibung nicht präzise dokumentiert. Es ist jedoch anzunehmen, dass sie in den Regionen, in denen sie heimisch ist, von frühen menschlichen Gemeinschaften entdeckt wurde. Möglicherweise wurde sie zunächst als Wasserversorgerin in trockenen Gebieten geschätzt, bevor man die süßen und heilenden Eigenschaften der Pflanze erkannte.

In vielen Kulturen, insbesondere in Asien und dem Nahen Osten, wurde die Pflanze jedoch schon früh als Heilpflanze genutzt.

II. Verbreitung der Lakritze im Mittelalter

Die Ausbreitung und Verwendung von Lakritze im Mittelalter, einer Zeit der Entdeckung und Innovation trotz zahlreicher sozialer und politischer Unruhen, verleiht der Rolle dieser Pflanze in der menschlichen Geschichte zusätzliche Komplexität.

Verwendung von Lakritze in der mittelalterlichen Medizin

Im Mittelalter erkannte man in Europa zunehmend die medizinischen Eigenschaften der Süßholzpflanze, und Lakritze wurde zu einem unverzichtbaren Bestandteil der mittelalterlichen Apotheken. Ihre Verwendung war weit verbreitet und vielfältig. Sie wurde bei Magen-Darm-Beschwerden, Atemwegserkrankungen und als allgemeines Tonikum eingesetzt.

Ein einflussreicher Befürworter von Lakritze war der berühmte persische Arzt, Philosoph und Universalgelehrte Avicenna (Ibn Sina), der im 11. Jahrhundert lebte. In seinem monumentalen Werk "The Canon of Medicine" (Al-Qanun fi al-Tibb), das als eines der einflussreichsten Bücher in der Geschichte der Medizin gilt, hob er die therapeutischen Eigenschaften der Lakritze hervor und empfahl sie zur Linderung von Husten, zur Förderung der Verdauung und zur Reinigung der Atemwege.

Die Klöster des Mittelalters spielten ebenfalls eine entscheidende Rolle in der Verbreitung und Anwendung der Lakritze. Mönche, die oft als Hüter des medizinischen Wissens fungierten, bauten Lakritze in ihren Klostergärten an und verwendeten sie zur Herstellung verschiedener Heilmittel.

Die Rolle der Lakritze im Handel und in der Küche

Aber Lakritze spielte im Mittelalter nicht nur eine medizinische Rolle. Es war auch ein begehrter Handelsartikel. Seine einzigartige Süße, die weitaus intensiver als die von Honig oder Rohrzucker ist, machte es zu einem wertvollen Gut. Es wurde über weite Strecken transportiert und häufig in apothekerähnlichen Geschäften verkauft, wo es sowohl in roher als auch in verarbeiteter Form erhältlich war.

In der Küche wurde Lakritze als Zutat in einer Reihe von Gerichten verwendet. Es war ein übliches Würzmittel in Saucen und Brühen, und seine Süße wurde genutzt, um verschiedene Speisen zu verfeinern. Außerdem war es eine Hauptzutat in einigen alkoholischen Getränken, wo es sowohl Geschmack als auch medizinischen Nutzen bot.

Die Verbreitung und Kultivierung der Lakritze in Europa

Mit der kontinuierlichen Nutzung und Verbreitung der Süßholzpflanze kam auch die Notwendigkeit ihrer Kultivierung in größerem Umfang. Während des Mittelalters begann man in Südeuropa, insbesondere in Spanien und Italien, mit der gezielten Anpflanzung von Lakritze. Diese Länder boten dank ihres warmen Klimas und ihrer reichen, gut drainierten Böden ideale Wachstumsbedingungen für die Pflanze.

Die Mönche spielten auch hier eine zentrale Rolle. Sie entwickelten landwirtschaftliche Techniken zur Anpflanzung und Ernte der Süßholzpflanze und trugen so zu ihrer Verbreitung bei. Die Pflanze wurde nicht nur in Klostergärten, sondern auch auf größeren Feldern angebaut.

III. Lakritze im Zeitalter der Entdeckungen

Das Zeitalter der Entdeckungen, gekennzeichnet durch die Erkundung neuer Landmassen und Seewege, war eine Zeit des Austauschs und der Vermischung von Kulturen, Technologien und, natürlich, Pflanzen. Die Geschichte der Lakritze in dieser Ära ist faszinierend und zeigt ihre globale Relevanz.

Die Ausbreitung der Lakritze nach Amerika und Asien

Die europäischen Entdecker und Kolonisatoren brachten viele Pflanzen mit in die Neue Welt, und Lakritze war eine von ihnen. Die Süßholzpflanze, die in Europa bereits weithin bekannt und geschätzt war, fand bald ihren Weg in die Gärten und Felder Amerikas. Es ist wahrscheinlich, dass die ersten Siedler die Pflanze sowohl für ihre medizinischen Eigenschaften als auch für ihren süßen Geschmack schätzten und sie deshalb in die Neue Welt mitnahmen.

In den folgenden Jahrhunderten wurde die Pflanze auch in Asien verbreitet, wo sie, obwohl bereits bekannt, eine weitere Nutzung und Verbreitung erfuhr. In Ländern wie China und Indien, die bereits über ein umfangreiches Wissen über Kräuter und Heilpflanzen verfügten, wurde die Lakritze bald in das Repertoire der traditionellen Medizin aufgenommen. Sie wurde für ihre beruhigenden und verdauungsfördernden Eigenschaften geschätzt und oft in Kombination mit anderen Kräutern verwendet.

Der Einfluss der Lakritze auf den globalen Zuckerhandel

Der Zucker, der damals vor allem aus Zuckerrohr gewonnen und auf Plantagen in der Karibik und in Südamerika angebaut wurde, war ein kostbares Gut, das nur den wohlhabendsten Teilen der Gesellschaft zur Verfügung stand.

In diesem Kontext bot Lakritze eine kostengünstige und leicht zugängliche Alternative zu Zucker. Ihre süßen Eigenschaften machten sie zu einem wichtigen Bestandteil in der Küche der ärmeren Bevölkerungsschichten. Lakritze wurde auch auf den Zuckerplantagen selbst verwendet, um den bitteren Geschmack von Melasse, einem Nebenprodukt der Zuckerproduktion, zu überdecken.

Zudem spielte Lakritze auch im Sklavenhandel eine Rolle, da sie oft als billiges Süßungsmittel für die Nahrung der Sklaven verwendet wurde.

IV. Lakritze in der modernen Zeit

Die Industrielle Revolution und die Herstellung von Lakritze

Die Industrielle Revolution im 18. und 19. Jahrhundert war eine Zeit der enormen Veränderungen, die alle Aspekte des Lebens und der Wirtschaft revolutionierten. In der Lebensmittelproduktion ermöglichte die Einführung von Maschinen und die Verwendung von neuen Technologien die Massenproduktion von Gütern, die zuvor nur in kleinen Mengen und mit hohem manuellen Aufwand hergestellt werden konnten. Dies traf auch auf die Herstellung von Lakritze zu.

Bevor die Industrielle Revolution die Produktion von Lakritze revolutionierte, wurde sie größtenteils von Hand hergestellt. Die Süßholzwurzeln wurden von Hand gesammelt, gewaschen, getrocknet und dann gekocht, um den süßen Saft zu extrahieren. Dieser Prozess war arbeitsintensiv und zeitaufwendig.

Mit der industriellen Revolution kamen jedoch neue Produktionsmethoden ins Spiel. Maschinen übernahmen viele der manuellen Aufgaben, und neue Technologien wie die Dampfkraft ermöglichten eine effizientere Extraktion und Verarbeitung der Süßholzwurzeln. Diese technologischen Fortschritte ermöglichten es, Lakritze in größeren Mengen und zu günstigeren Preisen herzustellen, was ihren Konsum und ihre Verbreitung enorm steigerte.

Einer der Vorreiter dieser Entwicklung war die Stadt Pontefract in England, die eine lange Geschichte im Anbau von Süßholz hat. Im 19. Jahrhundert wurde in Pontefract eine der ersten Fabriken zur Herstellung von Lakritze gegründet. Die sogenannten "Pontefract Cakes" – kleine, runde Lakritzebonbons, die aus gepresster Lakritzmasse hergestellt wurden – sind ein Ergebnis dieser frühen industriellen Produktion und waren eines der ersten kommerziell hergestellten Lakritzeprodukte.

Die industrielle Herstellung von Lakritze hat auch zu einer Diversifizierung der verfügbaren Lakritzeprodukte geführt. Neben den traditionellen Lakritzebonbons wurden auch andere Formen wie Lakritzestangen, flüssige Lakritze und gemischte Süßigkeiten eingeführt. Heute umfasst die Palette an Lakritzeprodukten alles, von klassischen Bonbons und Süßwaren bis hin zu Gourmet-Lakritzeprodukten und sogar Lakritzelikören und -bieren.

Die Fortschritte im 20. und 21. Jahrhundert

Im 20. und 21. Jahrhundert wurden weitere Verbesserungen und Innovationen in der Herstellung von Lakritze eingeführt. Ein Schlüsselelement dieser Weiterentwicklung war die chemische Analyse der Süßholzwurzel und die Identifizierung der aktiven Bestandteile, die für den süßen Geschmack der Lakritze verantwortlich sind. Einer dieser Bestandteile, Glycyrrhizin, wurde als der Stoff identifiziert, der der Lakritze ihren charakteristischen süßen Geschmack verleiht. Diese Entdeckung führte zur Entwicklung von Verfahren zur Extraktion und Verarbeitung von Glycyrrhizin, die eine noch effizientere und kostengünstigere Produktion von Lakritze ermöglichten.

Darüber hinaus ermöglichten die Fortschritte in der Lebensmitteltechnologie die Herstellung von Lakritzeprodukten in einer Vielzahl von Formen, Farben und Geschmacksrichtungen. Durch den Einsatz von Formmaschinen, Lebensmittelfarben und Geschmackszusätzen können Hersteller heute eine beeindruckende Vielfalt an Lakritzeprodukten anbieten, die von den traditionellen schwarzen Lakritzestücken bis hin zu bunten, mit Fruchtgeschmack versehenen Lakritzvarianten reichen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der modernen Lakritzeproduktion ist die Verwendung von Qualitätskontroll- und Sicherheitsstandards. Heute unterliegt die Herstellung von Lakritze strengen Lebensmittelsicherheitsvorschriften, die die Qualität und Sicherheit der Produkte gewährleisten sollen. Dies beinhaltet die Überwachung der Rohstoffbeschaffung, der Produktionsprozesse und der Verpackungs- und Vertriebsmethoden.


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